Der Küchenplanungstag (mit Bildern)

Wenn man ein Haus baut, sollte dieses besagte Haus im Idealfall auch eine Küche besitzen, um Lebensmittel zu verwalten (lagern, zubereiten und wenn es sein muss, beseitigen). Bisher hatten wir das ganze Thema Küche eher sekundär betrachtet. Also immer mal ein wenig die Augen offen gehalten, aber viel mehr war es auch nicht.

In Foren habe ich das Thema Küchenplanung auch häufig gesehen. Mit diversen Softwaretools zur Planung, Küchengrundrissen, digitalen Nachbauten und vor allem vielen verzweifelten Menschen, die Anregungen und Kritik in ihren Beiträgen suchten. Bis heute Morgen dachte ich, dass es mich nicht treffen würde und UNSERE Küche bereits nach wenigen Minuten ausgesucht und gekauft wäre. Schließlich haben wir beim sekundären Küchengucken bereits Ideen und Anregungen gesammelt und gingen mit einer (so dachte ich) sehr guten Vorstellung daran.

Es sah ja auch erst gut aus…

So werden wir auf die Küche schauen.
So werden wir auf die Küche schauen.

Um kurz nach 12 Uhr kamen wir im Geschäft an, unser Termin war um 13 Uhr, so konnten wir uns schon mal umsehen.
Nicht eine halbe Stunde später hatten wir eine Küche gefunden, die so wie sie dort stand eigentlich genau das hätte sein können, was wir verbaut hätten.
Meine Vorstellung war dann, dass wir dem guten Verkäufer das mitteilen, er ein Angebot erstellt und gut ist.

Nun gut, im Gespräch wurde dann erst mal aufgenommen, wie denn unsere Küche im Grundriss des Hauses liegt.
Während dann die Art und Weise der Arbeitsplatte, der Unterschränke, aller anderen Schränke und Schubladen, Schrankgriffe, Wasserhahn und Spülbeckendesign ausgewählt wurden und die Positionen der einzelnen Möbel in der Küche festgelegt wurden, rannten wir permanent immer mal wieder durch die gesamte Ausstellung um jeweilige Beispiele zu finden. Dabei wurden Fragen diskutiert, wie stark die Einfassung des Kühlschrankes sein soll und welche Farbe die Bodenleisten der Schränke haben sollen. In einer Bleistiftskizze auf Millimeter zauberte unserer Berater alle unsere Einfälle direkt in einen Grundriss rein, um sie unmittelbar danach wieder auszuradieren und zu ändern. Nach dem wir einen Grundriss entworfen hatten, der uns länger als nur 5 Sekunden gefiel, schenkte uns der Berater eine Pause, damit er das aufs Papier gebrachte in sein Softwaretool zu übernehmen und eine 3D Ansicht zu erstellen.

So werden wir sie in Zukunft nicht sehen, aber als Lageplan, reicht es ;-)
So werden wir sie in Zukunft nicht sehen, aber als Lageplan, reicht es 😉

Nach der Pause ging es dann um Feinheiten und die Elektrogeräte. Das ging dann erstaunlich schnell.

So, Planung abgeschlossen. Meine Idee wäre nun gewesen, dass uns der gute Mensch das Angebot dazu ausdruckt, wir eine Nacht drüber schlafen und dass das eintüten. Allerdings hatten wir den Drang nach Verkäufen des Verkäufers unterschätzt, sein Plan war nicht, dass wir über irgendetwas schlafen, das sollte sofort unterschrieben werden. Das war erst mal ein nicht so sehr tolles Gefühl. Aber gut, mal aufs Angebot schauen.

Wir hatten ihm vorher unser geplantes Budget von bummelig 12.000 Euro genannt. Dass wir unseren gezielten Kaufpreis sprengen würden, hatte er uns vorher schon gesagt. Ein mittelschwerer Schock war es dann zu lesen, dass es ca. 17.000 Euro werden würden. Aber es ist ja ein Küchenkauf und jeder weiß, dass die Bedeutung von Rabatten hier neu definiert wird. Ich muss gestehen, dass weder ich noch meine bessere Hälfte irgendwelche Qualitäten im Verhandeln besitzen. Wenn uns jemand einen Rabatt gibt, dann sind wir meistens schon glücklich und würden fast jeden Preis bezahlen. Das scheint der gute Verkäufer in meinen Gedanken gelesen zu haben. Schnell ein wenig mit dem Taschenrechner gespielt, handschriftlich eine Zahl hingeschmiert und von dieser Zahl noch mal 400 Euro abgezogen. Und schon hatte er ein sehr persönliches Angebot für uns und gab uns die Möglichkeit diese Küche für nur 15.400 Euro zu kaufen.

Mein Blut lief aus dem Kopf, ich muss da schon recht blass gewesen und ich fühlte mich damit gar nicht gut. Innerlich hatte ich mich schon darauf eingestellt keine Küche zu kaufen, genau die gleiche Planung noch mal woanders zu machen und niemals wieder diesen Laden zu betreten.

Doch plötzlich höre ich von der Seite: Da geht doch bestimmt noch mehr.
Für einen Moment dachte ich, das hätte meine Frau gesagt und drehe mich zu ihr.
Es muss auch so gewesen sein, denn die Farbe in ihrem Gesicht war vergleichbar mit einer reifen Kirsche.
Sie hat tatsächlich unseren Joker ausgepackt. Denn kurz vorher wurde in der Familie ebenfalls eine Küche in dem Laden gekauft, und warum auch immer, die haben einen Rabatt von knapp 30% bekommen.

... und noch mal die andere Perspektive.
… und noch mal die andere Perspektive.

So langsam drehte sich der Spieß.
Noch ziemlich ungläubig prüfte er das direkt in seinem System nach und geriet ins Stocken, als er die Ansage auch noch bestätigen musste. Angeblich war für ihn nicht ersichtlich, warum es da diesen Rabatt gegeben hätte und müsste, wenn wir es denn wollen, dazu mit seiner Chefin sprechen.
Auf mich wirkte es so, dass er darauf hoffte, dass wir sagen würden ach, wenn das für sie nicht zu erkennen ist und sie den weiten weg von ein paar Metern zurücklegen müssten, dann lassen sie es einfach so wie es war und wir nehmen die Küche zu ihrem teuren Preis. Leider haben wir da nichtmitgespielt und waren einverstanden, dass er seine Chefin dazu befragen würde.
Denn sagen wir es mal so, eigentlich hatten wir ihn bei den Eiern. Welchen Grund hätte ich noch diese Küche zu kaufen, wenn andere tolle Rabatte bekommen und ich nicht.
Ob er dann tatsächlich zu seiner Chefin gegangen ist, oder ob es nur eine Masche war und er noch kurz eine Zigarette geraucht hat, das weiß ich nicht.
Am Ende kam er auf jeden Fall wieder und hat uns die Küche dann final für 11.500 Euro angeboten.

Einen Moment waren wir noch skeptisch, da die Finanzierung für das Haus noch nicht final in trockenen Tüchern gewesen ist, aber am Ende haben wir die Küche bestellt, ich glaube nicht, dass wir für die gleiche Küche irgendwo anders diesen Preis bekommen hätten.

Nach etwas mehr als 6 Stunden waren wir dann wieder in Freiheit. Ok, es waren jetzt keine Tage die wir mit der Planung verbracht haben , aber am Ende war es doch deutlich aufwändiger als (von mir) erwartet.

  2 comments for “Der Küchenplanungstag (mit Bildern)

  1. 22. Mai 2015 at 13:19

    Darf ich fragen wo ihr eure Küche gekauft habt?

    • 22. Mai 2015 at 16:37

      Na klar!
      Wir waren bei Möbel Kraft in Bad Segeberg.

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